E5 von Bozen bis Levico

P1070813 (Custom)Ein weiterer Abschnitt des europäischen Fernwanderweges E5 wurde von einer kleinen Gruppe des SWV unter die Bergstiefel genommen

Nachdem in den Vorjahren schon die Strecken von Oberstdorf bis Meran und von Zwieselstein bis Bozen bewältigt wurde im diesjährigen Sommerprogramm des SWV Fischach der Abschnitt von Bozen bis Levico angeboten.

Wanderwart Herbert Kraus berichtet:

1. Etappe:
Von Bozen (265m) bis zur Schmieder Alm (1674m)
Anstieg: 1007 Höhenmeter, Abstieg: 855 Höhenmeter, Länge: 22,6 km, Gehzeit: 8 Std.

Um 06:00 Uhr am Morgen des 04.August fuhren wir zu dritt mit dem Auto nach Bozen. Vom Parkhaus aus starteten wir unsere Wanderung zur Kohlerer Bergbahn, die uns in ca. 7 Min. hinauf nach Bauernkohlern brachte. Nun begann der eigentliche Wanderweg teils auf Teerstraßen, aber auch auf Waldwegen nach Herrenkohlern. Aber bald danach war der Weg gesperrt wegen Holzfällerarbeiten und so mussten wir eine andere Richtung einschlagen. Ein Umweg der uns dann zum Gasthof Schneiderwiesen vorbei in Richtung Totes Moos wieder auf den richtigen Pfad zum Wölflhof und weiter hinunter nach Deutschenhofen (1357m) führte.P1070763 (Custom)
Auf dem Forstweg Alte Säge, der auch 14 Kreuzwegstationen aufweist, gehen wir wieder bergauf zum Kloster Maria Weißenstein (1520m) und auf einem Pfad weiter zur Schmieder Alm (1674m), an der wir gegen 19:00 Uhr angekommen sind.

2. Etappe:
Von der Schmieder Alm zur Horn Alm (1710m)
Anstieg: 1383 Höhenmeter, Abstieg: 1340 Höhenmeter, Länge: 26,3 km, Gehzeit: 8 Std.
Nach einem reichhaltigen Frühstück sind wir auf dem Geo-Weg zum Butterloch (1560m). Über steile Treppen zum Grund der Schlucht hinabgestiegen und am Bach ein Stück entlang, weil der Rest der Schlucht gesperrt war, mussten wir wieder hoch und konnten somit erst zum Taubenleck (1426m) in die Bletterbachschlucht hinuntersteigen. Gegenüber wieder hinauf zum Parkplatz und Geopark, hier stellten wir fest, dass wir auf der falschen Seite der Schlucht sind. Wieder zurück zum Taubenleck und weiter nach Oberradein, beim Zirmerhof (1552m) nochmals verlaufen, dann aber den Weg E5 wieder gefunden und weiter nach Kaltenbrunn (984m) hinunter. Von jetzt ging es wieder hinauf nach Truden (1127m) und Ziss-Sattel (1439m) zur Hornalm.
P1070809 (Custom)Ein atemberaubendes Panorama von der Hüttenterrasse aus ist zu sehen, von Meran, Rosengarten, Latemar und Marmolada, darunter der Ort Cavalese.

3. Etappe:
Von der Hornalm nach Segonzano
Anstieg: 645 Höhenmeter, Abstieg: 1669 Höhenmeter, Länge: 28,4 km, Gehzeit: 9,5 Std.
Gut erholt und nach einem leckeren Frühstück begann die 3 Etappe, geplant war bis Lago Sante zu gehen (ca. 7 Std.). Kurz noch bergauf und dann nur noch hinunter auf Forstwegen nach Gfrill / Cauria (1328m). Leicht ansteigend und danach wieder abwärts mit einer Rast an der Rif. Potzmauer (1300m), über den Pass Posmar (1352m) mit Blick nach Salurn mit dem Fluss Etsch, hinunter nach Lago Santo (1195m) auch Heiliger See genannt. Es ist jetzt 15:45 Uhr, zu früh um hier zu übernachten, also weiter auf dem Fernwanderweg E5 nach Cembra (665m).
P1070871 (Custom)An den steilen Weinberghängen entlang (A. Dürer Weg), gehen wir zum Talgrund hinunter, überqueren die Aviso über die Brücke, um am Castello di Segonzano vorbei nach Segonzano (670m) zu gelangen, um dort im einzigen Hotel zu übernachten.

4. Etappe:
Von Segonzano nach Rif. Sette Selle (2014m)
Anstieg: 2083 Höhenmeter, Abstieg: 763 Höhenmeter, Länge: 21,1 km, Gehzeit: 9,5 Std.
Gegen 9:00 Uhr sind wir wieder losmarschiert mit dem Etappenziel Rif. Tonini Hütte. Auf dem Weg zwischen Luch und Quaras blicken wir immer wieder auf die Erdpyramiden von Segonzano hinunter.
P1070884 (Custom)Weiter auf schmalen Pfaden aber auch die Teerstraße hinauf nach Centrale und Regnana (1208m). Von hier beginnt der E5 alp, weiter bergauf zum Passo Campivel (1831m) zur Tonini Hütte (1950m).
Wir beschließen nach einer Rast weiter zu gehen. Der Himmel ist stark bewölkt und wir steigen weiter auf zum Passo Cagnon di Sopra (2121m). Es donnert in der Ferne, aber es ist immer wieder blauer Himmel zu sehen. Stetig rauf und runter gehen wir weiter und erreichen den Passo di Palu (2071m), noch 40 Min. bis zur Hütte. Wieder hinauf zum Passo die Garofani (2158m), an Kriegsstellungen des 1. Weltkriegs vorbei, danach hinunter zur Rif. Sette Selle (2014m), in der wir die Nacht verbringen.

5. Etappe:
Rif. Sette Selle nach Levico Terme (505m)
Anstieg: 1080 Höhenmeter, Abstieg: 2474 Höhenmeter, Länge: 20,1 km, Gehzeit: 9 Std.
Ausgeschlafen und nach dem Frühstück schulterten wir unsere Rucksäcke, die übrigens so etwa 9 kg wogen, laufen wir wieder bergauf über einen steilen Plattenhang und Geröllfelder zum Passo del Lago (2213m). Der Weg ist schmal, ausgesetzt, aber teilweise Drahtseil-gesichert und immer wieder Stellungen vom Krieg. Wir erreichen den Passo della Portela (2152m), der Wegweiser E5 zeigt uns die Richtung an, zum Monte Gronlait (2383m) 40 Min und Monte Fravort (2347m) 1,50 Std.P1080004 02 (Custom)
Nach einem Geröllfeld vorbei ist der Gipfel erreicht, weiter zum Monte Fravort. Nach einer kurzen Pause ging es dann nur noch bergab. An der Alm Malga Masi (1712m) vorbei nach Vetriolo Terme (1500m) und mit dem Bus nach Levico hinunter, anschließend suchten wir ein Hotel.

6. Etappe:
Levico Terme nach Monterovere und zurück nach Levico
Anstieg: 1099 Höhenmeter, Abstieg: 1053 Höhenmeter, Länge: 20,9 km, Gehzeit: 8,5 Std.
Ausgeschlafen und ausgiebig gefrühstückt setzten wir unsere Fernwanderung fort. Durch Levico an Apfelplantagen entlang nach Lochere, um von hier aus die E5 Variante „Val Scura" zu gehen. Ein Wegweiser zeigt uns den Weg zum Via ferrata di Val Scura. Das Tal verengt sich, der Schotterweg wird schmal und zu einem Steig in der Schlucht. Wir queren immer wieder den Wildbach mit seinen rutschigen Steinen. Auf Stahlleitern und stahlseilversichertem Steig gewinnen wir schnell an Höhe, immer wieder über Schotterfelder und dann durch kleine Wäldchen geht es an kleinen Wasserfällen vorbei weiter nach oben.
P1080054 (Custom)Eine ausgesetzte Wand mit Stahlstiften versehen muss noch überwunden werden und weiter über kurze Leitern an 3 nebeneinander herabstürzenden Wasserfällen gegenüber, geht der Steig aus der Schlucht heraus. Wir sind in Monterovere (1255m) angekommen und es begann zu regnen. Nach gut einer Stunde unterstehen gingen wir auf dem Normalweg des E5 über Baita del Cangi (1370m) hinunter nach Quaere (482m) und zurück nach Levico.

Mit dem Bus und Zug ging es am 10.08.2014 wieder zurück nach Bozen.


Diese Fernwanderung über die Südtiroler und Italienischen Alpen war eine sehr schöne Tour. Sie wird Ingrid, Erwin und mir immer in Erinnerung bleiben, auch wenn die Fernsicht nicht immer vorhanden war und im nächsten Jahr geht's weiter nach Verona.